Der etwas andere Weinbauer im Steigerwald 

Manche Orte muss man erst einmal anschauen, schmecken und schnuppern, bevor man versteht, was sie ausmacht. Jürgen Rebhanns Hof in Oberschwarzach im Steigerwald ist so ein Ort: sonnige Weinberge, ein gemütlicher Hof, feine Weine – und ein Winzer, der seinen Gästen gerne mehr als nur ein Glas Wein einschenkt: Geschichten, Anekdoten und ganz viel fränkische Lebenslust.

Mit den Hausbesuchen begleiten wir Einheimische bei ihrem täglichen Wirken im Urlaubsland Franken. Im Herzen des Steigerwaldes wartet heute der Hof von Jürgen Rebhann auf uns, wo er seine Leidenschaft für bunte Rebsorten und naturtrübe Obstbrände mit fränkischer Gastfreundschaft und naturnaher Winzerarbeit verbindet.

Sobald Jürgen Rebhann das Glas Johanniter eingeschenkt hat, hält er es gegen das Licht, schwenkt es und schnuppelt intensiv daran. Dann sein Urteil: „Perfekt für einen sonnigen Nachmittag im Liegestuhl – ein richtiger Sommerwein!“ Wer den geselligen Winzer im Steigerwald zu einer Weinprobe besucht, merkt schnell: Bei Rebhann läuft vieles anders – und es wird schnell köstlich.

© Rebhann

Exotik im Rebenfeld

Rebhann setzt bewusst auf eine bunte Palette. Neben klassischen Frankenweinen wie Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus, Kerner, Domina oder Weißburgunder wachsen in seinen Weinlagen auch pilzwiderstandsfähige Rebsorten, die sogenannten PiWis. Der Johanniter gehört dazu, aber auch Muscaris und Souvenir gris . Diese Sorten sind dank festerer Beerenhaut nicht so anfällig für Schädlingsbefall und kommen besser mit Hitze und Regen zurecht – in Zeiten des Klimawandels ein entscheidender Vorteil. So können laut Rebhann auch Pflanzenschutzmittel eingespart werden.

© Rebhann

„Ich bin süchtig danach, Neues auszuprobieren“, gesteht der Winzer. Und: „Ich liebe die Vielfalt.“ Genau diese Neugier macht seinen Weinberg zu einem kleinen Experimentierfeld mit fränkischem Charakter.

Schonend im Naturkreislauf

Auch in der Praxis legt Jürgen Rebhann großen Wert auf lokale Vermarktung. Er verzichtet gänzlich auf Zwischenhändler: Wer seine Produkte kaufen möchte, kommt zu ihm auf den Hof oder bestellt Wein und Obstbrände direkt im Online-Shop. Ökologische Standards sind ihm wichtig – auch ohne Bio-Zertifikat. Seine Reben düngt er nur mit Humus, als Pflanzenschutzmittel nutzt er ausschließlich Schwefel. Später Erntezeitpunkt, nicht der volle Ertrag und möglichst viel Handarbeit gehören dazu. Sein Motto: „Der beste Dünger für den Weinberg sind die Hände des Winzers“.

© LWG/Karl-Josef Hildenbrand

Weinprobe mit Anekdoten und fränkischer Küche

Besonders sind die Verkostungen bei Rebhann nicht nur wegen der Weine, sondern auch wegen der kulinarischen Begleitung. Seine Frau Claudia, die aus einer Gastronomenfamilie stammt, zaubert je nach Gästewunsch üppige Brotzeiten oder aufwendige Mehrgangmenüs – immer passend zu den vorgestellten Weinen. Ab Ostern bewirtet das Ehepaar zudem sonntags und an Feiertagen die gemütliche Weinstube und den sonnigen Hof. Dort lassen sich Gäste typisch fränkische Mahlzeiten sowie die feinen Wein- und Obstbrand-Erzeugnisse der Familie schmecken.

© Rebhann

„Es wird immer lustig an diesen Tagen. Und in der Regel wird es später als vorgesehen“, verrät Jürgen Rebhann. So war es auch, als eine renommierte Opernsängerin und ein Trommler aus Burkina Faso spontan Ständchen gaben. Genau solche Momente machen einen Besuch bei Rebhann so besonders.

Naturtrüb statt glatt

Zum Sortiment gehören auch naturtrübe Obstbrände. Ihre Geschichte geht bis auf Vaters Konrad zurück, der getrieben von Neugier ein eigenes, patentiertes Verfahren für naturtrübe Obstbrände entwickelte. Heute vertreibt sein Sohn die Kreationen – ergänzt um „Klare“ in zahlreichen Geschmacksrichtungen. So trifft Regionalität auf Experimentierfreude, Tradition auf moderne Neugier.

© Thilo Eggerbauer

Ein Stopp im Steigerwald, der hängen bleibt

Ob als Weinprobe, als regionaler Genussstopp oder als Geschenk aus dem Steigerwald: Bei Jürgen Rebhann verbindet sich Natur mit Handwerk, Wein mit Geschichte und Franken mit einem Augenzwinkern. Wer die Weine und Obstbrände probieren möchte, besucht den Hof in Oberschwarzach oder bestellt direkt online: www.rebhann.de

Lust auf mehr Steigerwald?

Der Besuch bei Jürgen Rebhann ist der perfekte Startschuss für eine größere Entdeckungstour, denn die Neugier und Vielfalt, die man auf seinem Hof findet, zieht sich durch den gesamten Steigerwald. Naturliebhaber lassen sich am besten durch die weiten Buchenwälder des Naturparks treiben oder erkunden die Region auf dem Steigerwald-Panoramaweg.

Und genau wie beim Wein ist es auch kulinarisch ein echtes Erlebnis: Von den Familienbrauereien an der Aischgründer Bierstraße bis hin zur traditionellen Karpfenteichwirtschaft im Aischtal gibt es hier so viel zu probieren, dass man eigentlich eine ganze Woche Zeit einplanen sollte.

Für die kulturellen Entdecker locken die Baukunst Bambergs mit dem Insel-Rathaus, die Ruhe der Abtei Ebrach oder die Geschichtsstunden im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim. Und wenn die Beine vom Wandern müde sind? Dann lässt man es sich in der Franken-Therme oder am Salzsee in Bad Windsheim so richtig gutgehen. Der Steigerwald ist eben genau wie ein guter Wein: Vielschichtig, authentisch und mit jedem Besuch ein neues Erlebnis.

Verfasst von Tourismusverband Franken e.V.
am 16. Oktober 2026 unter Genießerland Franken, Weinland Franken mit den Schlagwörtern Genuss, Hausbesuche, Kulinarik, Steigerwald, Tradition, Wein.

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