Herzhafte Kirchweihliebe in der Städteregion Nürnberg

„Kärwa is“ heißt es im Herbst wieder in Fürth, wenn mit der Michaelis-Kirchweih einer der Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Städteregion Nürnberg beginnt. Dann ist auch Hanni Heckl mit ihrer „Rollenden Metzgerei“ vor Ort. Mitten in der Stadt verwöhnt sie ihre Gäste seit Jahrzehnten mit herzhaften Leckereien.

Hallo, mein Name ist Caro Feller, ich wohne in Ingolstadt im Süden des Naturpark Altmühltal, komme aber ursprünglich aus der Nähe von Aschaffenburg und habe in Erlangen studiert – bin also eine waschechte Fränkin. Deshalb bin ich auch als Redakteurin so gerne draußen in Frankens wildromantischer Natur, quirligen Städten und idyllischen Orten unterwegs und schreibe über spannende Begegnungen mit sympathischen und liebenswerten Menschen.

Mit den „Hausbesuchen“ begleiten wir Einheimische bei ihrem täglichen Wirken im Urlaubsland Franken. Heute schaue ich Hanni Heckl in ihrer „Rollenden Metzgerei“ auf der Michaelis-Kirchweih in Fürth über die Schulter.

Hanni Heckl zieht ihren Lippenstift nach. Rote Lippen sind ihr Markenzeichen – genauso wie ihre bunten Sneaker: „Ich habe etwa 20 Paar Turnschuhe zu Hause. Die brauche ich fürs Geschäft!“ Als Inhaberin von „Bauer’s Rollender Metzgerei“ ist sie von Frühling bis Herbst auf Veranstaltungen und Festen in ganz Süddeutschland und Österreich unterwegs und ständig in Aktion. Auch auf der Fürther Michaelis-Kirchweih ist sie von morgens bis abends auf den Beinen. Ihre Mission: Mit ihren „Würschtle“ die Kirchweih-Besucher*innen glücklich machen.

Der Stand von Hanni Heckl ähnelt einem Fachwerkhäuschen. Hier gibt es eine große Auswahl an leckeren Fisch- und Fleischgerichten, der Renner sind aber die Bratwürste. Nürnberger, grobe Fränkische und „Bärle“, fränkisch für „ein Paar feine Bratwürste“, hat sie im Angebot. „Würschtle“ gibt es viele auf den zahlreichen Festen in der Städteregion Nürnberg. Die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach sind Hochburgen der Kultur und durch ihre Geschichte reich an Veranstaltungen aller Art. Aber nirgends werden die deftigen Köstlichkeiten direkt vor Ort auf dem Festplatz vor den Augen der Besucher*innen produziert – außer bei „Bauer’s Rollender Metzgerei“.

Bereits seit 1948 verkaufen die Bauers an ihrem Imbiss Bratwürste. Den Anfang hat Hanni Heckls Oma Anna Bauer gemacht. Sie reichte ihre herzhaften Spezialitäten aus einem Thekenfenster, das kurzerhand aus der Wand eines Kastenwagens geschnitten worden war. Bei gutem Wetter herrschte reger Betrieb, sodass die Würste bald ausverkauft waren.

Das brachte Hanni Heckls Vater Manfred Bauer in den 1970er Jahren auf die Idee, direkt am Ort des Geschehens nach Bedarf zu produzieren. Die Würste aus der Schaumetzgerei waren beliebt bei den Gästen und so übernahmen Hanni und ihr Mann Otto bei der Betriebsübergabe im Jahr 2000 das Konzept gleich mit. Das Fleisch kommt jeweils von regionalen Anbietern und Anbieterinnen aus der Umgebung.

„Das Schönste ist, wenn ich Komplimente von Gästen bekomme, die das leckere Essen loben und gerne wiederkommen. Dann geht mir das Herz auf.“

Hanni Heckl

Auch wenn Hanni Heckl als gebürtige Fürtherin der Liebe wegen schon seit 20 Jahren in der Nähe von Rosenheim lebt, bleibt Fürth ihr Zuhause. „Ich bin ein Franke, ich kann es nicht ändern – und das ist auch gut so“, sagt sie stolz. So weiß die Fränkin auch die Städteregion Nürnberg und das einzigartige Angebot an Kunst, Kultur und Kulinarik, das Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach verbindet, zu schätzen. Dass sich in diesem urbanen Umfeld neben herrlichen Flaniermeilen auch noch hervorragende Rad- und Wandermöglichkeiten finden lassen, ist für sie ein weiteres Highlight.

Von den vielen Festen, auf denen sie mit ihrer „Rollenden Metzgerei“ regelmäßig zu Gast ist, mag sie die „Färdder Kärwa“ am allerliebsten. Deswegen kann Hanni Heckl es auch kaum erwarten, bis sie wieder unterwegs sein kann: „Das Schönste ist, wenn ich Komplimente von Gästen bekomme, die das leckere Essen loben und gerne wiederkommen. Dann geht mir das Herz auf.“

Wer nun neugierig geworden ist auf Hanni Heckl und ihre „Rollende Metzgerei“, findet nähere Informationen unter www.rollende-metzgerei.de. Auf der Fürther Michaelis-Kirchweih, seit 2018 immaterielles Kulturerbe, können die „Würschtle“ jedes Jahr Anfang Oktober probiert werden. Da es sich um ein Straßenvolksfest im Zentrum der Stadt handelt, ist die Michaelis-Kirchweih sehr gut mit dem ÖPNV des Großraumes Nürnberg (VGN) und auch mit der Deutschen Bahn erreichbar.

Eine erfreuliche Nachricht: Nach zweijähriger Corona-Pause erwacht die Michaelis-Kirchweih diesen Herbst endlich wieder zum Leben und mit ihr kehren auch die herzhaften Köstlichkeiten der Rollenden Metzgerei zurück. Daneben laden im Sommer viele weitere Veranstaltungen ins Urlaubsland Franken ein.

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