Fische mit Familienanschluss im Romantischen Franken

Bis es im Herbst köstlichen Karpfen gibt, haben die Hausmanns auf ihrem Fischhof alle Hände voll zu tun. Seit über 30 Jahren betreibt die Familie in Altendettelsau im Romantischen Franken mit großer Leidenschaft eine fränkische Teichwirtschaft mit 30 Teichen und 80 Hektar Land.

Hallo, mein Name ist Caro Feller, ich wohne in Ingolstadt im Süden des Naturpark Altmühltal, komme aber ursprünglich aus der Nähe von Aschaffenburg und habe in Erlangen studiert – bin also eine waschechte Fränkin. Deshalb bin ich auch als Redakteurin so gerne draußen in Frankens wildromantischer Natur, quirligen Städten und idyllischen Orten unterwegs und schreibe über spannende Begegnungen mit sympathischen und liebenswerten Menschen.

Mit den Hausbesuchen begleiten wir Einheimische bei ihrem täglichen Wirken im Urlaubsland Franken. Heute bin ich zu Besuch bei Familie Hausmann auf ihrem Fischhof im Romantischen Franken und schaue mir die Welt der Teichwirtschaft an.

Mit Schwung wirft Hans das Netz aus und holt viele kleine Karpfen aus einem der Fischteiche der Familie Hausmann. Die Fische sind erst zwei Monate alt, aber schon fünf Zentimeter groß. Sie zappeln im Wassereimer und kitzeln die Hände.

Alle zwei Tage füttern die Hausmanns ihre Fische mit hofeigenem Getreide, je nach Größe der Tiere geschrotet, gebrochen oder im Ganzen. Wintergerste, Roggen und die Getreidemischung Triticale stehen auf dem Speiseplan. Gleichzeitig kontrollieren sie die Wasserqualität in ihren 30 Teichen. Gerade im Sommer, wenn es selten regnet und die Sonne die Wassertemperatur ansteigen lässt, sorgen die Hausmanns durch Belüften mit Sauerstoff für optimale Bedingungen für ihre Tiere. Das Wohl der Fische liegt ihnen sehr am Herzen, denn: „Bei uns haben die Fische Familienanschluss.“

Die Hausmanns, das sind Margit und Johann mit ihren Kindern Hans, Franz und Eva. Margit hat den Fischhof in Altendettelsau, einem Ortsteil von Petersaurach, im Jahr 1987 von ihren Eltern übernommen. Vor allem Margits Vater Bernhard Seitzinger schuf mit seinem großen Engagement die Basis für den heutigen Betrieb. Anfangs kümmerte er sich nur um einen Weiher mit 100 Karpfen, aber bereits in den 1970er Jahren, der Blütezeit der Karpfenzucht, legte er schon 20 weitere an. Bald gab es Fisch zu jeder Jahreszeit: Karpfen, Hecht und Waller von September bis April, Forelle und Saibling das ganze Jahr über.

© Caro Feller

„Beim Grillen im Sommer landet immer häufiger auch Fisch auf den Tellern“, bemerkt Margit Hausmann. Da kommt das Sommerfest am Hof alle zwei Jahre gerade recht. Wer nicht warten will, stattet Familie Hausmann am besten direkt einen Besuch ab und lernt die fränkische Teichwirtschaft bei einer Führung kennen. Anschließend lassen sich die Besucher je nach Saison marinierten Räucherfisch mit Wassermelone oder Fischsalat mit geräucherter Forelle, Walnuss, Spargel und Champignons schmecken – natürlich frisch zubereitet von Margit Hausmann.

„Bei uns haben die Fische Familienanschluss.“

Familie Hausmann

So verführerisch diese Kreationen auch klingen, das Leibgericht der Hausmanns ist definitiv der gebackene Karpfen mit Kartoffelsalat. Den gibt es im Herbst zu jedem Abfischen, wenn die größten Karpfen drei Jahre alt und etwa 1.500 Gramm schwer sind. Zur Karpfenernte wird zunächst das Wasser langsam aus den Teichen heraus gelassen. Die Fische kommen dann zur „inneren Reinigung“ in sogenannte Hälterbecken und schwimmen bis zu zwei Wochen in quellfrischem Wasser. Kaufen kann man diese Fischspezialitäten lebend, frisch geschlachtet, geräuchert oder als Filet direkt im Hofladen der Hausmanns, inklusive Rezeptaustausch und ausführlicher Beratung. Zusätzlich beliefert die Familie viele umliegende Gastronomen. Die Nachfrage ist enorm, Karpfen ist selbst bei jungen Leuten „in“ – obwohl oder gerade weil es ihn im Romantischen Franken schon jahrhundertelang gibt.

Damit gliedert sich die Fischwirtschaft ein in das reiche Erbe der Region, das kulturell vor allem entlang der Ferienstraßen „Romantische Straße“ und „Burgenstraße“ erlebbar wird. Mittelalterliche Stadtperlen wie Rothenburg ob der Tauber, Schillingsfürst oder Dinkelsbühl reihen sich dort aneinander, in Ansbach wird man von der Pracht des bayerischen Rokoko erwartet. Das Urlaubsgebiet eignet sich auch optimal für ausgiebige Touren durch den Naturpark Frankenhöhe, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Hier ist man unterwegs in einem der sonnenreichsten Gebiete Süddeutschlands, und kommt dann noch der lecker zubereitete Fisch aus der traditionellen Teichwirtschaft auf den Teller, ist der Aufenthalt im Romantischen Franken perfekt!

Bei einer Hofführung Spannendes über die Teichwirtschaft erfahren, im Hofladen regional einkaufen oder leckere Fischspezialitäten probieren – wer darauf jetzt Lust bekommen hat, der kann sich nähere Informationen unter www.fischhof-hausmann.de einholen, bevor man sich auf den Weg ins Romantische Franken macht. Der Fischhof der Hausmanns in Altendettelsau ist durch regionale Busse des VGN gut erreichbar, zudem befinden sich Bahnhöfe in den Nachbarorten Petersaurach und Neuendettelsau.

Caro Feller

Verfasst von Caro Feller
am 22. Oktober 2021 unter Genießerland Franken, Hausbesuche Franken, Nachhaltiges Franken mit den Schlagwörtern Direktvermarkter, Fisch, Genuss, Kultur, Romantisches Franken, Teichwirtschaft.

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