Der RegnitzRadweg – Mit dem Rad von Bamberg nach Nürnberg

Radtouren stehen hoch im Kurs, besonders entlang von Flüssen sind diese ein wahres Highlight. Gut ausgebaute Wege mit nur wenigen Steigungen bieten sowohl Genussradlern als auch sportlich ambitionierten Radlern jeden Alters ein großartiges Tourerlebnis. Gerade Familien mit kleineren Kindern haben entlang der Flussradwege ihre Freude. Einen dieser Radwege stelle ich heute etwas näher vor: den RegnitzRadweg, den ich zusammen mit meinem Sohn Leopold, seinem Freund und dessen Papa als Familienradtour in drei Tagen von Bamberg nach Nürnberg gefahren bin.

Hallo, mein Name ist Bernd Deschauer und ich bin in der Welterbestadt Bamberg zuhause. Seit 2011 präsentiere ich auf meinem Blog wanderzwerg.eu Ausflugstipps für Familien. Zudem schreibe ich für verschiedene Medien und habe folgende Bücher verfasst: „Kinderwagen- & Tragetouren Fränkische Schweiz | Bamberg“, „Familientouren Ober- und Unterfranken“ sowie „Laufen macht glücklich“.

Die etwa 60 km lange Regnitz entsteht durch den Zusammenfluss von Rednitz und Pegnitz bei Fürth und mündet bei Bischberg, wenige Kilometer außerhalb Bambergs, in den Main. Der RegnitzRadweg ist etwas länger und wird als Tal- und Kanalroute angeboten. Beide Varianten führen von Bamberg nach Nürnberg, sind knapp 85 km bzw. 75 km lang und durchqueren die vielseitigen Urlaubsregionen Haßberge, Steigerwald, Fränkische Schweiz sowie die Städteregion Nürnberg. Ein Wechsel zwischen beiden Routen entlang der Fahrt ist leicht möglich oder es wird jeweils eine Variante für Hin- und Rückfahrt gewählt.

Die Ausgangs- und Endpunkte, aber auch viele Orte entlang des RegnitzRadweges sind einfach mit der S-Bahn und Regionalzügen zu erreichen, was eine sehr flexible Tourgestaltung ermöglicht.

Die Route

Sanft plätschern die Wellen der vorbeifahrenden Schiffe in den kleinen Fischereihafen bei Bischberg. Eigentlich ist es nur eine Anlegestelle, in der die kleinen Boote geschützt festgemacht sind. Etwa 2 Kilometer begleiten uns die großen Schiffe noch auf dem Main, bevor sie in den Bamberger Hafen einlaufen oder ihre Fahrt auf dem Main-Donau-Kanal fortsetzen. Bis Bamberg ist der Radweg, der direkt am Wasser verläuft, sowohl MainRadweg als auch RegnitzRadweg. Dazu kommt der Pendlerverkehr zwischen Bischberg und Bamberg, Inlineskater, Jogger und Spaziergänger – ein reges Treiben.

Welterbe Bamberg

Über Gaustadt wird die ERBA-Insel im Bamberger Norden erreicht, auf der 2012 die Landesgartenschau stattfand. So entstand auf dem ehemaligen Gelände der Erlangen-Bamberger Baumwollspinnerei (ERBA) ein neuer Park mit Wohnraum. Gerade Familien schätzen den Park mit seinen vielen Spielplätzen und dem Fischpass, der sich durch die Insel schlängelt. Wer möchte, kann über die Insel fahren und an der Schleuse wieder auf den Radweg wechseln, der an Klein-Venedig vorbei in die Innenstadt führt. Hier sollte etwas Zeit für eine Rast eingeplant werden, um sich vom Leben in der Altstadt treiben zu lassen, einen Bummel durch die kleinen Geschäfte zu machen und einen Eiskaffee auf der Oberen Brücke zu genießen. Über die Schleuse 100 des ehemaligen Ludwig-Main-Donau-Kanals führt der Regnitz-Radweg in den Hain, Bambergs grüne Lunge, es wird ruhiger und man lässt die Stadt hinter sich.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Von Bamberg nach Forchheim

Eine sehr sonnige Passage erwartet die Radler, es geht an Sandwiesen vorbei entlang zur Pettstadter Fähre, die etwas Besonderes ist: sie wird nur durch die Strömung angetrieben. Kurz davor lohnt ein Abstecher zum angelegten Regnitzstrand, der sich perfekt für eine Rast mit einer Abkühlung in der Regnitz anbietet. An der Fähre angelangt, wird dem Fährmann zugerufen, dass man übersetzen will. Auf gemütlichen Wegen geht es am Schloss Sassanfahrt vorbei, das hoch über dem Regnitztal liegt. Bei Seußling erreicht der Radweg wieder die Regnitz, quert diese und den Main-Donau-Kanal, um schließlich Buttenheim zu erreichen. Bei unserer Tour war dies das erste Tagesziel, da es einige Übernachtungsmöglichkeiten gibt, zwei Brauereien mit den dazugehörigen Kellern und Wirtschaften. Buttenheim ist der Geburtsort von Levi Strauss, dem Erfinder der Jeans. Das Levi Strauss-Museum im Ortskern widmet sich seinem Leben mit der Auswanderung in die USA und natürlich der Entstehung der Jeans.

Ein paar Kilometer nach Buttenheim wird die Umweltstation Lias Grube erreicht. Das Gelände ist frei zugänglich und es können verschiedene Erlebnisstationen ausprobiert werden. Gerade mit Kindern ist dies ein lohnender Stopp! Weiter in Richtung Forchheim wird in Eggolsheim der Abzweig zur Schleuse 94 passiert, die kein Wasser mehr führt und begangen werden kann. Vorbei an Wiesen, Feldern und Weihern geht es immer weiter in die Königsstadt Forchheim. Hier sollte unbedingt eine Rast eingelegt werden, um die Kaiserpfalz und die vielen Fachwerkhäuser in der Altstadt zu besichtigen.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Auf dem Weg nach Erlangen

Von Forchheim aus verläuft die Route am Main-Donau-Kanal und bis zu den nächsten Attraktionen für Kinder sind es nur ein paar Kilometer. Zum einen lässt sich bei Hausen das Schleusen von Schiffen beobachten, zum anderen ist es nur ein kurzer Abstecher zum Freizeitpark Schloss Thurn. Für einen Besuch sollte allerdings etwas mehr Zeit eingeplant werden.

Die Radtour nähert sich langsam Erlangen und je nach Ziel gibt es zwei Routen. Wer ins Zentrum von Erlangen radeln will, fährt nach Baiersdorf geradeaus weiter, wer nach Dechsendorf will, radelt nach rechts. Die Route nach Dechsendorf führt durch ein Waldstück, bevor der Dechsendorfer Weiher erreicht wird, der bei schönem und warmem Wetter eine gelungene Abkühlung bietet. Richtung Erlangen-Zentrum liegen ein paar Fischweiher und ein weiteres Waldstück auf dem Weg. Vom Kanal lohnt ein kurzer Abstecher zu den weitläufigen Sandwiesen mit großem Spielplatz.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Endspurt auf dem RegnitzRadweg

Im Anschluss führt die Radltour weiter am Kanal entlang und das Ziel Nürnberg ist bereits angeschrieben. Nahe dem Kreuz Fürth/Erlangen unterqueren wir die A3 und radeln gemütlich Richtung Fürth zum Kilometer 0 der Regnitz. Durch den Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz bildet sich die Regnitz. Dazwischen liegt eine Halbinsel mit vielen Freizeitmöglichkeiten, an der unbedingt eine Pause eingelegt werden sollte. Direkt am Zusammenfluss laden Steine am Ufer zum Sitzen ein. Einfach die Ruhe genießen und das vorbeifließende Wasser beobachten. Herrlich! Wieder zurück auf dem Radweg führt die Tour nun entlang der Pegnitz weiter nach Nürnberg. Durch Fürth verläuft der Radweg im Grünen und lädt geradezu zu einem Zwischenstopp im Stadtpark ein. Nun erreichen wir das Ortsschild Nürnberg. Der Radweg führt durch das wunderschön grüne Landschaftsschutzgebiet Pegnitz West, hier macht das Radfahren gleich doppelt Spaß. Immer weiter nähern wir uns der Innenstadt.

Mit Kindern ist ein Abschluss an der Wöhrder Wiese mit dem Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne sehr zu empfehlen. Dort können die Kinder viele Dinge ausprobieren und haben noch ein besonderes Highlight zum Abschluss der Tour. Für die Rückreise mit dem Zug empfehle ich, über den Hauptmarkt und vorbei an der Lorenzkirche zum Hauptbahnhof zu radeln.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Das Besondere der Tour

Gerade für Familien ist der RegnitzRadweg zu empfehlen. Die Route verläuft fast ausschließlich auf Radwegen bzw. sehr kleinen Straßen, sodass Kinder gefahrlos mitfahren können. Die Ausschilderung ist vorbildlich und an kritischen Stellen befinden sich immer entsprechende Wegweiser. Entlang des Weges gibt es viele Stellen, die zu einer Rast oder kurzen Spielpausen einladen. Egal ob es ein kleiner Bach, ein Spielplatz oder gar ein Freizeitpark ist. Für Kinder gibt es dadurch viel Abwechslung.

Wer jetzt neugierig geworden ist und auch gerne mit dem Fahrrad von Bamberg nach Nürnberg radeln möchte, findet unter www.wanderzwerg.eu/regnitz-radweg und unter www.regnitzradweg.de weitere Informationen zum RegnitzRadweg sowie eine ausführliche Tourbeschreibung mit der Möglichkeit, den gpx-Track zu laden. Sowohl der Startpunkt in Bamberg, als auch viele Zwischenstationen und der Zielort in Nürnberg sind ideal mit dem ÖPNV zu erreichen.

Bernd Deschauer

Verfasst von Bernd Deschauer
am 23. April 2021 unter Familienland Franken, Radelparadies Franken mit den Schlagwörtern Bamberg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Nürnberg, Radeln, Radfahren, Regnitzradweg, Wasser.

Beteilige dich an der Unterhaltung

    Als begeisterte Radler sind meine Frau und ich auch oft in unserer Fränkischen Heimat unterwegs und radeln oft aus dem Aischgrund zur Regnitz, um mal nach Bamberg oder eben Forchheim und Erlangen zu radeln.
    Bei zwei längeren Touren (1x Altmühltal nach Regensburg und 1 mal nach Wien) haben wir die Bahn zur Rückreise genutzt – und werde das in Zukunft vermeiden: Nicht nur, daß man keine Mitnahmegarantie fürs Rad hat (wie soll das dann zurückkommen)?
    Bei der ersten Rückfahrt war der extra für Radfahrer markierte Waggon von einer Schulklasse bevölkert, die einfach keine Lust hatten auf ihre reservierten Sitzplätze. Der im Waggon anwesende „Service“-Mitarbeiter hat die Schüler gewähren lassen und wir mussten uns unseren Stehplatz quasi „erkämpfen“.
    Bei der Rückreise aus Wien mussten wir 4 x umsteigen – 3 mal kam unser Zug zu spät im Zielbahnhof an und wir mussten 3 x ca 1 Stunde auf den nächsten Zug warten um dann unsere Räder teilweise am Gang abzustellen, da Mitreisende die Abstellmöglichkeiten für die Räder blockerten und kein „Service“-Mitarbeiter der Bahn Anstalten machte, die Fahrgäste aufzufordern die Radlerplätze frei zu halten.
    Fazit: Nie wieder mit der Deutschen Bahn auf Radtour!!

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      Tourismusverband Franken e.V.7. Juli 2021 um 11:30 Uhr

      Guten Tag Herr Kotzer,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Es freut uns sehr zu hören, dass Sie die zahlreichen Fahrrad-Angebote im Urlaubsland Franken regelmäßig nutzen und schätzen. Herzlichen Dank auch für Ihr Feedback zur Nutzung des ÖPNV, das für uns sehr wichtig und hilfreich ist, um unser Serviceangebot stets weiter zu verbessern. Wir geben Ihre Einschätzung gern an die Kollegen weiter. Dass Ihre eigenen Erfahrungen so negativ sind, bedauern wir zutiefst, hoffen aber dennoch, dass diese Sie nicht davon abhalten, das vielfältige Radreiseangebot weiterhin zu nutzen und Sie zukünftig positivere Eindrücke sammeln können.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Team des Tourismusverband Franken

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