COBURG | GOTHA | 1826
Ein Herzog. Zwei Residenzen.
Datum: 22.05. - 20.09.26
Vor 200 Jahren entstand mit Sachsen-Coburg und Gotha ein Doppelherzogtum, dessen regierende Dynastie bald europäische Prominenz erlangen sollte. Persönlichkeiten wie Queen Victoria und Prinz Albert oder Leopold, der erste König der Belgier, sind bis heute bekannt. Der Begründer des Doppelherzogtums, Ernst I., steht jedoch meist im Schatten seiner berühmten Verwandten. Eine Ausstellung auf der Veste Coburg rückt den ehrgeizigen Herzog ins Zentrum, der in bewegten Zeiten durch diplomatisches Geschick die Grundlagen für den Aufstieg seiner Dynastie legte. Wie kein anderer seiner Vorgänger prägte Ernst I. zudem die Coburger und Gothaer Kulturlandschaft.
Coburg und Gotha verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Bereits die Herzöge Johann Casimir und Albrecht, die Sachsen-Coburg im 16. und 17. Jahrhundert regierten, stammten aus Gotha. 1826 kam es zu einer grundlegenden Neuordnung der thüringisch-ernestinischen Territorien. Dabei entstand das Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. Das neue Staatsgebilde verknüpfte zwei, etwa 40 Kilometer voneinander entfernte Landesteile, die auf den Fortbestand ihrer jeweiligen Landtage, Verwaltungen und kulturellen Einrichtungenbestanden. Herzog Ernst I. behielt beide Residenzen bei und verknüpfte sie durch eine repräsentative Infrastruktur wie Schlösser, Parkanlagen, Theater und eine direkte Straßenverbindungzwischen Coburg und Gotha. Durch kluge Heiratspolitik konnte das kleine Herzogtum zudem seine internationalen dynastischen Verbindungen ausbauen, die es im späteren 19. Jahrhundert zu einem Treffpunkt des europäischen Adels werden ließ und bis heute fortwirken.
Die Kunstsammlungen der Veste Coburg erinnern in einer großen Ausstellung an die Ereignisse von 1826 und deren zentralen Protagonisten Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha. In mehr als 200, teils erstmals in Coburg präsentierten Objekten wird der Herzog als Regent, Bauherr und Kunstmäzen vorgestellt, der seine Residenzen wesentlich gestaltete und ihre Geschichte als bedeutende Sammlungsstandorte nachhaltig formte. Politisch war Ernst ein Kindseiner Zeit; geprägt von den Nachwirkungen der französischen Revolution und den Umwälzungen der napoleonischen Herrschaft. So zeichnete er sich einerseits durch eine reaktionäre Haltung und Misstrauen gegenüber allen bürgerlichen Bestrebungen der Mitbestimmung aus, andererseits erließ er für Coburg 1821 die liberalste Verfassung ihrer Zeit.
Unterstützt wird die Ausstellung durch hochkarätige Leihgaben der Friedenstein Stiftung Gotha, der Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’schen Familie, der Landesbibliothek Coburg und weiterer institutioneller und privater Leihgeber. Die Realisierung des Projektes wird durch die Niederfüllbacher Stiftung gefördert.
Info: 09561 879-0 www.kunstsammlungen-coburg.de