Der RegnitzRadweg – Mit dem Rad von Bamberg nach Nürnberg

Der RegnitzRadweg verbindet Bamberg und Nürnberg auf zwei Varianten: der Talroute und der Kanalroute. Beide führen durch Flusslandschaften, historische Städte und fränkische Urlaubsregionen – mit wenigen Steigungen und vielen Möglichkeiten für Pausen. Damit eignet sich der Radweg besonders für Genussradler, Familien und alle, die Franken aktiv entdecken möchten.

Die Route im Überblick

Tour: RegnitzRadweg von Bamberg nach Nürnberg
Start/Ziel: Bamberg – Nürnberg
Kanalroute: ca. 75 km, Talroute: ca. 85 km
Schwierigkeit: leicht bis mittel, wenige Steigungen
Anreise: gut mit S-Bahn und Regionalzügen erreichbar
Highlights: Bamberg, Forchheim, Erlangen, Fürth, Nürnberg

RegnitzRadweg: Route, Länge und Varianten

Die etwa 60 Kilometer lange Regnitz entsteht durch den Zusammenfluss von Rednitz und Pegnitz bei Fürth und mündet bei Bischberg, wenige Kilometer außerhalb Bambergs, in den Main. Der RegnitzRadweg folgt dieser Flusslandschaft und verbindet Bamberg und Nürnberg auf zwei Varianten: der Talroute und der Kanalroute.

Die Talroute ist knapp 85 Kilometer, die Kanalroute knapp 75 Kilometer lang. Beide Varianten durchqueren vielseitige fränkische Urlaubsregionen wie die Haßberge, den Steigerwald, die Fränkische Schweiz und die Städteregion Nürnberg. Ein Wechsel zwischen beiden Routen ist unterwegs leicht möglich. Alternativ lässt sich eine Variante für die Hinfahrt und die andere für die Rückfahrt wählen.

Besonders praktisch: Der Start in Bamberg, das Ziel in Nürnberg und viele Orte entlang des RegnitzRadwegs sind gut mit S-Bahn und Regionalzügen erreichbar. Dadurch lässt sich die Radtour flexibel als Tagesausflug, Wochenendtour oder Mehrtagestour planen.

Start in Bamberg: vom Main zur Regnitz

Sanft plätschern die Wellen der vorbeifahrenden Schiffe im kleinen Fischereihafen bei Bischberg. Etwa zwei Kilometer begleiten die großen Schiffe noch den Main, bevor sie in den Bamberger Hafen einlaufen oder ihre Fahrt auf dem Main-Donau-Kanal fortsetzen.

Bis Bamberg verläuft der Radweg direkt am Wasser und ist zugleich MainRadweg und RegnitzRadweg. Zwischen Bischberg und Bamberg ist einiges los: Pendler, Inlineskater, Jogger und Spaziergänger nutzen die Strecke. Gerade dieser lebendige Auftakt zeigt, wie eng Stadt, Fluss und Radfahren hier verbunden sind.

Etappe 1: Von Bamberg nach Buttenheim

Die erste Etappe führt aus dem UNESCO-Welterbe Bamberg hinaus in Richtung Süden. Wer Zeit hat, sollte Bamberg nicht nur als Startpunkt nutzen, sondern eine Pause in der Altstadt einplanen.

Über Gaustadt wird die ERBA-Insel im Bamberger Norden erreicht, auf der 2012 die Landesgartenschau stattfand. Auf dem ehemaligen Gelände der Erlangen-Bamberger Baumwollspinnerei entstand ein neuer Park mit Wohnraum. Gerade Familien schätzen die ERBA-Insel mit ihren Spielplätzen und dem Fischpass, der sich durch die Insel schlängelt.

Wer möchte, fährt über die Insel und wechselt an der Schleuse wieder auf den Radweg, der an Klein-Venedig vorbei in die Innenstadt führt. Hier lohnt es sich, Zeit für eine Rast einzuplanen: durch die kleinen Geschäfte bummeln, das Leben in der Altstadt beobachten oder einen Eiskaffee auf der Oberen Brücke genießen.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Über die Schleuse 100 des ehemaligen Ludwig-Main-Donau-Kanals führt der RegnitzRadweg anschließend in den Hain, Bambergs grüne Lunge. Hier wird es ruhiger – die Stadt bleibt langsam hinter einem zurück.

Weiter südlich erwartet Radlerinnen und Radler eine sonnige Passage. Es geht an Sandwiesen vorbei zur Pettstadter Fähre, die etwas Besonderes ist: Sie wird nur durch die Strömung angetrieben. Kurz davor lohnt ein Abstecher zum angelegten Regnitzstrand, der sich perfekt für eine Rast und eine Abkühlung eignet.

An der Fähre angekommen, ruft man dem Fährmann zu, dass man übersetzen möchte. Danach geht es auf gemütlichen Wegen weiter am Schloss Sassanfahrt vorbei, das hoch über dem Regnitztal liegt. Bei Seußling erreicht der Radweg wieder die Regnitz, quert diese und den Main-Donau-Kanal und führt schließlich nach Buttenheim.

Bei unserer Tour war Buttenheim das erste Tagesziel. Der Ort bietet einige Übernachtungsmöglichkeiten, zwei Brauereien mit dazugehörigen Kellern und Wirtschaften – und eine besondere Geschichte: Buttenheim ist der Geburtsort von Levi Strauss, dem Erfinder der Jeans. Das Levi Strauss Museum im Ortskern widmet sich seinem Leben, seiner Auswanderung in die USA und natürlich der Entstehung der Jeans.

Etappe 2: Von Buttenheim nach Forchheim

Von Buttenheim aus führt der RegnitzRadweg weiter durch Wiesen, Felder und Weiher in Richtung Forchheim. Unterwegs gibt es mehrere Stopps, die sich besonders für Familien lohnen.

Ein paar Kilometer nach Buttenheim wird die Umweltstation Lias-Grube erreicht. Das Gelände ist frei zugänglich und bietet verschiedene Erlebnisstationen, die ausprobiert werden können. Gerade mit Kindern ist dies ein lohnender Zwischenstopp.

Weiter in Richtung Forchheim passiert man in Eggolsheim den Abzweig zur Schleuse 94, die heute kein Wasser mehr führt und begangen werden kann. Vorbei an Wiesen, Feldern und Weihern geht es weiter in die Königsstadt Forchheim.

Hier sollte unbedingt eine Rast eingelegt werden. Die Kaiserpfalz, die Fachwerkhäuser und die Altstadt machen Forchheim zu einem der schönsten Stopps entlang des RegnitzRadwegs.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Etappe 3: Von Forchheim nach Erlangen

Von Forchheim aus verläuft die Route weiter am Main-Donau-Kanal. Bis zu den nächsten Attraktionen für Kinder sind es nur wenige Kilometer.

Bei Hausen lässt sich das Schleusen von Schiffen beobachten. Außerdem ist es nur ein kurzer Abstecher zum Freizeitpark Schloss Thurn. Wer diesen besuchen möchte, sollte allerdings etwas mehr Zeit einplanen.

Langsam nähert sich die Radtour Erlangen. Je nach Ziel gibt es zwei Routenvarianten: Wer ins Erlanger Zentrum radeln möchte, fährt nach Baiersdorf geradeaus weiter. Wer nach Dechsendorf möchte, hält sich rechts.

Die Route nach Dechsendorf führt durch ein Waldstück, bevor der Dechsendorfer Weiher erreicht wird. Bei schönem und warmem Wetter bietet er eine willkommene Abkühlung. In Richtung Erlangen-Zentrum liegen einige Fischweiher und ein weiteres Waldstück auf dem Weg. Vom Kanal lohnt außerdem ein kurzer Abstecher zu den weitläufigen Sandwiesen mit großem Spielplatz.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Endspurt über Fürth nach Nürnberg

Anschließend führt die Radtour weiter am Kanal entlang – und das Ziel Nürnberg ist bereits ausgeschildert. Nahe dem Kreuz Fürth/Erlangen unterquert die Route die A3 und führt gemütlich weiter Richtung Fürth.

Ein besonderer Ort unterwegs ist der Kilometer 0 der Regnitz. Hier entsteht durch den Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz die Regnitz. Dazwischen liegt eine Halbinsel mit vielen Freizeitmöglichkeiten, an der unbedingt eine Pause eingelegt werden sollte. Direkt am Zusammenfluss laden Steine am Ufer zum Sitzen ein: einfach die Ruhe genießen und das vorbeifließende Wasser beobachten.

Zurück auf dem Radweg führt die Tour entlang der Pegnitz weiter nach Nürnberg. Durch Fürth verläuft der Radweg im Grünen und lädt zu einem Zwischenstopp im Stadtpark ein.

Schließlich ist das Ortsschild Nürnberg erreicht. Der Radweg führt durch das grüne Landschaftsschutzgebiet Pegnitz West – hier macht das Radfahren noch einmal besonders viel Freude. Immer weiter nähert man sich der Innenstadt.

Mit Kindern ist ein Abschluss an der Wöhrder Wiese mit dem Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne sehr zu empfehlen. Dort können Kinder vieles ausprobieren und haben zum Ende der Tour noch ein besonderes Highlight. Für die Rückreise mit dem Zug empfiehlt sich die Fahrt über den Hauptmarkt und vorbei an der Lorenzkirche zum Nürnberger Hauptbahnhof.

© Bernd Deschauer / Wanderzwerg

Sehenswürdigkeiten und Pausenstopps am RegnitzRadweg

Entlang des RegnitzRadwegs lohnt sich immer wieder eine Pause. Zu den besonderen Stationen der Tour gehören:

  • Bamberg mit ERBA-Insel, Klein-Venedig, Schleuse 100 und Altstadt
  • Pettstadter Fähre und Regnitzstrand
  • Schloss Sassanfahrt
  • Buttenheim mit Brauereien und Levi Strauss Museum
  • Umweltstation Lias-Grube
  • Schleuse 94 bei Eggolsheim
  • Forchheim mit Kaiserpfalz und Fachwerkaltstadt
  • Schleusen am Main-Donau-Kanal bei Hausen
  • Freizeitpark Schloss Thurn als Abstecher
  • Dechsendorfer Weiher bei Erlangen
  • Zusammenfluss von Pegnitz und Rednitz bei Fürth
  • Stadtpark Fürth
  • Landschaftsschutzgebiet Pegnitz West
  • Wöhrder Wiese und Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne in Nürnberg

Gerade diese Mischung aus Wasser, Städten, Natur, Spielplätzen, Museen und Einkehrmöglichkeiten macht den RegnitzRadweg abwechslungsreich.

RegnitzRadweg mit Kindern: Warum die Tour familienfreundlich ist

Gerade für Familien ist der RegnitzRadweg zu empfehlen. Die Route verläuft überwiegend auf Radwegen beziehungsweise kleinen Straßen, sodass Kinder gut mitfahren können. Die Ausschilderung ist vorbildlich, und an wichtigen Stellen befinden sich entsprechende Wegweiser.

Entlang des Weges gibt es viele Orte, die zu Rast- oder Spielpausen einladen: ein kleiner Bach, ein Spielplatz, ein Badestopp, ein Museum oder sogar ein Freizeitpark. Dadurch bleibt die Tour auch für Kinder abwechslungsreich.

Für Familien bietet sich eine Aufteilung in mehrere Etappen an. So bleibt genug Zeit für Pausen, Abstecher und spontane Entdeckungen entlang der Strecke.

Bernd Deschauer lebt in Bamberg und veröffentlicht auf seinem Blog wanderzwerg.eu Ausflugstipps für Familien. Den RegnitzRadweg ist er mit seinem Sohn, dessen Freund und einem weiteren Vater in drei Tagen von Bamberg nach Nürnberg gefahren.

Der RegnitzRadweg lässt sich sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln kombinieren. Sowohl der Startpunkt in Bamberg als auch viele Zwischenstationen und das Ziel in Nürnberg sind mit S-Bahn und Regionalzügen erreichbar.

Dadurch kann die Tour flexibel geplant werden: als Mehrtagestour von Bamberg nach Nürnberg, als einzelne Etappe oder als Kombination aus Radfahrt und Bahnrückreise.

Wer weitere Informationen, ausführliche Tourendaten oder den GPX-Track sucht, findet diese unter: www.regnitzradweg.de

Verfasst von Bernd Deschauer
am 23. April 2021 unter Radelparadies Franken, Radtouren mit den Schlagwörtern Bamberg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Nürnberg, Radeln, Radfahren, RegnitzRadweg, Wasser.

Beteilige dich an der Unterhaltung

    Als begeisterte Radler sind meine Frau und ich auch oft in unserer Fränkischen Heimat unterwegs und radeln oft aus dem Aischgrund zur Regnitz, um mal nach Bamberg oder eben Forchheim und Erlangen zu radeln.
    Bei zwei längeren Touren (1x Altmühltal nach Regensburg und 1 mal nach Wien) haben wir die Bahn zur Rückreise genutzt – und werde das in Zukunft vermeiden: Nicht nur, daß man keine Mitnahmegarantie fürs Rad hat (wie soll das dann zurückkommen)?
    Bei der ersten Rückfahrt war der extra für Radfahrer markierte Waggon von einer Schulklasse bevölkert, die einfach keine Lust hatten auf ihre reservierten Sitzplätze. Der im Waggon anwesende „Service“-Mitarbeiter hat die Schüler gewähren lassen und wir mussten uns unseren Stehplatz quasi „erkämpfen“.
    Bei der Rückreise aus Wien mussten wir 4 x umsteigen – 3 mal kam unser Zug zu spät im Zielbahnhof an und wir mussten 3 x ca 1 Stunde auf den nächsten Zug warten um dann unsere Räder teilweise am Gang abzustellen, da Mitreisende die Abstellmöglichkeiten für die Räder blockerten und kein „Service“-Mitarbeiter der Bahn Anstalten machte, die Fahrgäste aufzufordern die Radlerplätze frei zu halten.
    Fazit: Nie wieder mit der Deutschen Bahn auf Radtour!!

      Tourismusverband Franken e.V.7. Juli 2021 um 11:30 Uhr

      Guten Tag Herr Kotzer,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Es freut uns sehr zu hören, dass Sie die zahlreichen Fahrrad-Angebote im Urlaubsland Franken regelmäßig nutzen und schätzen. Herzlichen Dank auch für Ihr Feedback zur Nutzung des ÖPNV, das für uns sehr wichtig und hilfreich ist, um unser Serviceangebot stets weiter zu verbessern. Wir geben Ihre Einschätzung gern an die Kollegen weiter. Dass Ihre eigenen Erfahrungen so negativ sind, bedauern wir zutiefst, hoffen aber dennoch, dass diese Sie nicht davon abhalten, das vielfältige Radreiseangebot weiterhin zu nutzen und Sie zukünftig positivere Eindrücke sammeln können.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Team des Tourismusverband Franken

    Nett geschrieben und wunderschöne Bilder. Die beschriebene Radwegeinfrastruktur von Bamberg nach Forchheim ist leider mehr Wunsch als Wirklichkeit. An Sonn- und Feiertagen ist die Route direkt am Main Donau Kanal für Familien mit Kindern durchaus gut geeignet. An Wochentagen wird diese „Radroute“ aber häufig von PKW, LKW sowie Land- und Baumaschinen benutzt. Die beschriebene Route von Sassanfahrt nach Seußling über Altendorf nach Buttenheim ist fast vollständig ohne Radwege und somit nichts für (kleine) Kinder.

      Tourismusverband Franken e.V.8. März 2023 um 10:44 Uhr

      Sehr geehrter Herr Schneider,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und die Informationen. Wir nehmen derartige Hinweise sehr ernst und möchten gerne ausführlich darauf eingehen, weshalb wir uns nochmal gesondert per E-Mail mit Ihnen in Verbindung setzen werden.

      Freundliche Grüße
      Das Team des Tourismusverband Franken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert