Nürnberg: Auf den Spuren des Behaim-Globus

Ein filigranes Kunstwerk, das die Welt in Miniatur zeigt – im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zieht der Behaim-Globus die Blicke auf sich. Amerika ist noch unentdeckt, unbekannte Regionen bevölkert von Fabelwesen und exotischen Tieren, und jeder Strich erzählt von Wissensdrang, Abenteuerlust und dem Mut, Grenzen zu überschreiten.

Unsere Museumsschätze stellen besondere und oft einmalige Exponate aus den Museen der Fränkischen Städte vor – Sie erzählen Geschichten, die Geschichte lebendig werden lassen. In Nürnberg steht der Behaim-Globus im Rampenlicht, eine der ältesten Darstellungen der Erde in Kugelform, die den Entdeckergeist ihrer Zeit einfängt und zeigt, wie Menschen einst begannen, die Welt als Ganzes zu begreifen.

Zwischen Wissen und Fantasie

Kerzen flackern, Pergament raschelt, ein Zirkel kratzt über die Oberfläche einer runden Kugel. Es ist 1492 in Nürnberg. In einem stillen Zimmer passiert gerade etwas, das die Welt für immer verändern wird – zumindest die Vorstellung von ihr. Auf dem Tisch liegt die Erde in Miniaturform. Unfertig, geheimnisvoll, fast lebendig. Die bekannten Kontinente sind vorsichtig skizziert, Küstenlinien gezogen – doch ein ganzer Kontinent fehlt: Amerika. Unsichtbar, verborgen hinter einem Horizont, den noch niemand überschritten hat.

Und doch ist die Leere nicht leer. Drachen, Seeungeheuer, fremde Tiere – nur in Legenden existent, bevölkern die unbekannten Regionen. Jeder Strich, jede Gravur ist ein Wagnis. Wer auf die Kugel blickt, spürt die Spannung zwischen Wissen und Fantasie. Alles, was entdeckt werden will, liegt hier vor einem: das Unbekannte, das Unerforschte, das Geheimnisvolle.

Martin Behaim, Kaufmann, Reisender, Träumer, arbeitet konzentriert, Hand in Hand mit den besten Nürnberger Handwerkern. Seine Reisen nach Portugal, in die Niederlande und zu fernen Küsten haben ihm Wissen gebracht, das nun in die Kugel einfließt. Gestell, Gravuren, jede Verzierung – alles entsteht mit äußerster Präzision, durchdacht bis ins kleinste Detail. Aber der Globus ist mehr als ein Kunstwerk. Er ist ein Werkzeug für Entdecker, ein Lockmittel für Investoren, ein Symbol für Aufbruch, Mut und Neugier.

Ferne Länder, reich an Rohstoffen, erscheinen auf der Kugel. Noch geheimnisvoll, noch unerforscht, noch voller Rätsel. Jeder Blick erzählt von Sehnsucht, von Neugier, vom Drang, Grenzen zu überschreiten. Wer die Kugel betrachtet, spürt die Spannung jener Epoche, in der Wissen, Fantasie und Mut untrennbar verbunden waren – eine Welt voller Möglichkeiten, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Nürnberg erleben

Heute ist der Behaim-Globus im Germanisches Nationalmuseum zu sehen. Auch wenn Details verblasst sind, erzählt er noch immer von einer Zeit, in der Entdeckergeist und Vorstellungskraft alles verändern konnten.

Wer den Globus bestaunt, kann Nürnberg auf allen Sinnen erleben. Historische Altstadtgassen, die imposante Kaiserburg Nürnberg und kreative Viertel wie Gostenhof laden zum Entdecken ein. Kulinarisch runden Bratwürste, Lebkuchen und Rotbier den Besuch ab – ein Geschmack der Stadt, der Lust auf mehr macht. Per Rad lässt sich Nürnberg außerdem wunderbar erkunden: Stadtmauer, Jakobsplatz, Handwerkerhof oder die Pegnitzauen bis zum Dutzendteich. Unterwegs laden kleine Cafés und Biergärten zu Pausen ein, während Brücken, Türme und historische Häuser die Geschichte der Stadt lebendig werden lassen.

Mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) lässt sich nachhaltig und stressfrei in die Stadt reisen. Mit Zug, Straßenbahn oder Bus, also über das ÖPNV-Netz, gelangt man bequem in die Stadt, kann das Museum direkt erreichen und anschließend die Altstadt auf zwei Rädern erkunden – ganz ohne Parkplatzstress. Auch für Tagesausflüge in die Umgebung bietet der VGN ein dichtes Netz, sodass Nürnberg und seine Umgebung spielend leicht entdeckt werden können.

Verfasst von Tourismusverband Franken e.V.
am 10. April 2026 unter Allgemein, Die Fränkischen Städte, Kultur in Franken, Museumsschätze mit den Schlagwörtern Die fränkischen Städte, Kultur, Museum, Museumsschätze, Nürnberg, Städteregion Nürnberg.

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