Winterwandern durch die Schwarzachklamm im Nürnberger Land

Wandern geht nur im Frühjahr, Sommer und im Herbst? Falsch gedacht – auch im Winter lässt sich Franken wunderbar per Pedes erkunden. Deshalb möchte ich heute von meiner winterlichen Tour durch die Schwarzachklamm im Nürnberger Land erzählen.

Hallo, mein Name ist Daria Börsing und ich bin zurzeit Praktikantin beim Tourismusverband Franken e.V. in Nürnberg. Für gewöhnlich wohne ich in Berlin und deshalb habe ich mich wahnsinnig gefreut, die Winterzeit in Franken verbringen zu dürfen. Als passionierte Wanderin und Radlerin ist Franken für mich wirklich ein kleines Paradies. In der Zeit, in der ich hier bin, habe ich mich zu einem echten Fan der Region entwickelt und selbst der Dialekt hat sich in Teilen durchsetzen können. In diesem Sinne: „Geh, kumm gämmer!“

Die Schwarzachklamm ist nicht nur für wanderbegeisterte Tourist:innen ein Highlight, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel der Franken. Dabei lockt nicht allein die atemberaubende Naturlandschaft hierher – am nahen Ludwig-Donau-Main-Kanal, auch „Alter Kanal“ genannt, wartet ein Stück fränkische Geschichte darauf, erforscht zu werden. Die ca. 172 Kilometer lange Wasserstraße wurde einst zur Verbindung von Main und Donau im Auftrag von König Ludwig I. erbaut. Die Schwarzachklamm selbst trägt das Siegel „Bayerns schönste Geotope“ und ist als Naturschutzgebiet deklariert.

Über Schlamm und Schnee in die Schlucht

Vom Nürnberger Hauptbahnhof ist man mit der S-Bahn in nur 15 Minuten am Bahnhof Ochenbruck, von wo aus man entweder mit dem Bus weiterfahren oder in etwa 20 Minuten Fußweg den Start der Tour erreichen kann.  Ausgangspunkt meines Weges ist die Waldschänke Brückkanal, die mit ihrem Biergarten im Sommer schon vor der Wanderung zu einer Stärkung einlädt. Bei eher kalten Temperaturen kann man die typisch fränkische Küche auch im inneren, sehr urigen Teil der Wirtschaft genießen. Dazu aber später mehr, schließlich will sich die Einkehr erst einmal verdient werden.

Wie schon die Überschrift erahnen lässt, sind die Wanderwege auf meiner Tour geprägt von Schnee und Schlamm, die mir eine gewisse Trittsicherheit abverlangen. Doch bis auf ein paar wenige Auf und Ab’s führt der Weg relativ eben entlang der Schwarzach, einem Nebenfluss der Rednitz. Erstes Highlight, neben dem immer wieder beeindruckenden Blick auf den von Felswänden eingeschlossenen Fluss, ist nach ca. einem Kilometer die Karlshöhle: Eine aus Sandstein bestehende Höhle, die der Wanderweg über einen kleinen Durchbruch passiert. Kurz vor dem eigentlichen Hauptteil der Schwarzachklamm führt der Wanderweg anschließend für einen kurzen Moment abseits des Flusses. Vorbei am Flusskraftwerk Gsteinach gelangt man über Stufen auf eine Straße, die aber nach wenigen Metern wieder abwärts in Richtung Klamm führt. Dann ist es auch nicht mehr weit bis zur Gustav-Adolf-Höhle, die auf fast schon mystische Weise beeindruckt und zum Verweilen und Innehalten auffordert.

Vom Trimm-Dich-Pfad zum Treidelpfad

© Daria Börsing

Nach einer kleinen Rast geht es weiter entlang des Flusses bis die Schwarzach zum ersten Mal überquert wird. Direkt hinter der Brücke wartet ein Trimm-Dich-Pfad auf diejenigen, die bislang noch nicht ins Schwitzen gekommen sind. Für alle, die hier wieder den Heimweg antreten möchten, bietet sich vor der Brückenüberquerung eine Abzweigung nach Schwarzenbruck an, von wo aus man mit dem Bus wieder zur S-Bahn Station gelangt. Hinter dem Trimm-Dich-Pfad erreicht man über eine weitere Brücke den Ort Schwarzenbruck, durch den man über eine kleine Straße in Richtung Ludwig-Donau-Main-Kanal weitergeleitet wird. Dort begeistert mich vor allem der wassernahe Wanderweg. Der Ursprung dieses Weges geht auf das sogenannte „Treidelwesen“ zurück: Beim Treideln wurden die Kanalschiffe im 19. Jahrhundert von Pferden (oder Menschen) vom Ufer aus gezogen, ehe die Treidler dann im 20. Jahrhundert von der Dampfmaschine abgelöst wurden.

Die Schlucht von oben

Etwas mehr als zwei Kilometer legt man am Kanal zurück, bis man zur Schleuse 58 kommt, von wo aus man in zehn Minuten wieder am Ausgangspunkt ist. Alternativ kann man nochmal einen Schlenker einlegen und die Schlucht von oben erwandern und bewundern. Außerdem hat man so die Gelegenheit, die Gustav-Adolf-Höhle aus einer anderen Perspektive zu bestaunen.

Nach zwei weiteren Kilometern auf dem oberen Weg erreicht man die Brücke in die Klamm und kehrt auf den Ausgangsweg zurück. Wieder vorbei an Gustav-Adolf- und Karlshöhle wartet in der Waldschänke Brückkanal schließlich „a Seidla Bier“ oder „a Dessla Gliehwain“ auf die Besucher:innen. Und wer noch mehr Stärkung braucht, der erfreut sich obendrein noch an der großen Auswahl an typisch fränkischen Spezialitäten.

© Daria Börsing

Meine Bilanz des Tages

Gut elf Kilometer habe ich heute um die Schwarzachklamm und am Brückkanal zurückgelegt und mein Fazit lautet: Jeder Schritt ist es wert! Ich hatte im Voraus schon Einiges über die Klamm gehört und gelesen, aber dass es so ein Naturparadies in unmittelbarer Nähe zur pulsierenden Großstadt Nürnberg gibt, hat mich doch sehr beeindruckt. Außerdem zeigt sich für mich mal wieder, dass es eben keiner stundenlangen Fahrten bedarf, um Erholung in der Natur zu finden. Des is fei schäi!

Die Schwarzachklamm ist nur eines von vielen bezaubernden Ausflugszielen im Nürnberger Land. Vor den Toren der Stadt, über Bus und Bahn gut angebunden, lockt die beliebte Urlaubsregion mit hügeliger Mittelgebirgslandschaft und einer großen Auswahl an Rad- und Wanderwegen – und das zu jeder Jahreszeit. Darüber hinaus werden hier fränkische Kultur und Kulinarik lebendig: sowohl im quirligen Alltag der malerischen kleinen Städtchen als auch auf dem Teller und im Glas. Um die Natur des Nürnberger Landes für Gäste und Einheimische zu erhalten, sei abschließend noch auf richtiges Verhalten in der Natur hingewiesen.

Daria Börsing

Verfasst von Daria Börsing
am 28. Januar 2022 unter Allgemein, Wanderparadies Franken mit den Schlagwörtern Nürnberger Land, Wandern, Wanderung, Wanderweg, Winter.

Beteilige dich an der Unterhaltung

    Das kann ich nur bestätigen, habe die Schwarzachklamm im Herbst bewandert und war ganz verzaubert von der Tour

      Avatar
      Tourismusverband Franken e.V.31. Januar 2022 um 8:35 Uhr

      Hallo Frau Börsing,

      danke für Ihren Kommentar!
      „Verzaubert“ trifft es für die winterliche Schwarzachklamm sehr gut! Gerade durch die Nähe zu Nürnberg ist dieses Wanderparadies gut zu erreichen und eignet sich hervorragendfür einen Tagesausflug mit anschließender Einkehr.

      Schauen Sie sich gerne auch die Blogbeiträge aus den anderen fränkischen Regionen an und stöbern Sie sich durch das Reiseland Franken!

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Team des Tourismusverband Franken

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