Den Wald erleben im Steigerwald-Zentrum in Handthal

Wir lieben den Wald! Dieses Motto leben wir im Steigerwald-Zentrum und genau dieses Gefühl wollen wir auch unseren Besuchern vermitteln. Nachhaltigkeit ist unser größtes Anliegen und so zeigen wir sowohl bei uns im Gebäude und in der Ausstellung, als auch direkt im Wald, wie man nachhaltige Waldbewirtschaftung umsetzen kann. Egal ob Einzelbesucher, Familien, Gruppen, Schulklassen oder Fachpublikum – bei uns im Steigerwald können alle den Wald hautnah erleben.

Hallo, mein Name ist Constanze Stern, ich wohne und arbeite am Fuße des Steigerwaldes zwischen Würzburg und Bamberg. Als gelernte Kauffrau für Tourismus und Freizeit werbe ich seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn für unsere schöne und vielfältige Heimat. Seit 2014 bin ich am „Steigerwald-Zentrum – Nachhaltigkeit erleben“ im Weinörtchen Handthal, einem Ortsteil von Oberschwarzach, tätig – idyllischer kann ein Arbeitsplatz wohl kaum gelegen sein!

Das Steigerwald-Zentrum als Vorreiter für den Bau mit Buchenholz

Das erste Ausstellungsstück, noch dazu ein sehr großes, begrüßt den Besucher bereits beim Betreten des Steigerwald-Zentrums: Hier liegt eine mächtige Buche. Ihre Wurzeln befinden sich auf der Terrasse , ihr Stamm erstreckt sich über das Foyer, während ihre stilisierte Krone von der Gebäudedecke hängt. Es ist kein durchgehender Stamm, vielmehr ist er in viele Holzscheiben aufgeteilt, zwischen denen Bildschirme, Informationstafeln und Erlebniselemente befestigt sind. Dieser liegende Baum vermittelt den Besuchern einen ersten Eindruck vom Steigerwald, seiner Landschaft, seinen Wäldern und seiner Geschichte.

Auch bei der Planung des Gebäudes des Steigerwald-Zentrums stand das Thema Nachhaltigkeit im Vordergrund. Das moderne Gebäude zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig verschiedene Holzarten für den Bau eingesetzt werden können. Das Bauen mit Holz bietet darüber hinaus noch viele weitere Vorteile: So ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, der auch noch für ein angenehmes Raumklima sorgt. Besonders innovativ war man bei der Konstruktion des Deckenaufbaus. Normalerweise werden dafür Nadelhölzer verwendet, aber aufgrund des Klimawandels gewinnen auch Laubhölzer immer mehr an Bedeutung. Dass dieser Rohstoff beim Bau von Häusern funktioniert, wollten wir mit diesem praktischen Beispiel zeigen. Und gleichzeitig betonen wir damit die Bedeutung der Buche im Steigerwald. Das kommt an und wurde honoriert, denn im Bundeswettbewerb „Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen“ wurden wir dafür 2014 mit dem zweiten Preis HolzbauPlus ausgezeichnet.

Ausprobieren, Entdecken und Informieren steht in der Dauerausstellung im Fokus

Im Wald ticken die Uhren anders, nämlich viel langsamer. Wenn wir uns für die Waldbewirtschaftung nachhaltige Projekte für die Zukunft überlegen, dauert es Jahre bis Laien diese Entwicklungen wahrnehmen können. Forstwirtschaft ist viel mehr als nur Holz zu ernten. Deshalb ist es für uns ein zentrales Anliegen in unserer Ausstellung zu zeigen, wie zukunftsfähige, stabile und wertvolle Wälder aufgebaut und erhalten werden.

© Constanze Stern

Natürlich stehen der Wald und seine Bewirtschaftung im Mittelpunkt der Ausstellung, aber genauso wichtig ist uns die ganz persönliche Beziehung eines jeden Einzelnen zum Wald. Die Ausstellung möchte zum Nachdenken anregen. Über den eigenen Lebensstil und wie dieser vereinbar ist mit nachhaltigen Perspektiven für diesen Planeten. In unserer Dauerausstellung können daher alle unsere Besucher, egal ob Groß oder Klein, viel über diese Themen erfahren. Es gibt fünf nahezu raumhohe, stilisierte Bäume, an denen es jede Menge klassische Elemente zum Drehen und Berühren, aber auch interaktive moderne Medientechnik gibt. Die Themen sind: „Der Wald und ich“, „Holz zum Leben“, „Naturnahe Waldbewirtschaftung“, „Schützen und Nutzen“ sowie „Nachhaltigkeit und ich“. Auch den ganz Kleinen wird es in der Ausstellung nicht langweilig: Im Inneren der Bäume gibt es eine eigene Erlebniswelt, wo man zum Beispiel in einem kuscheligen Zelt Märchen lauschen oder dem Biber einen „Besuch im Bau“ abstatten kann.

„Im Wald ticken die Uhren anders, viel langsamer.“

Constanze Stern

Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist der „Erlebbare Baum“. Geschützt durch seine tief herunterhängende Krone erlebt der Besucher hautnah Tiere und Stimmungen des Waldes. Am Stamm kann er mit einem Monitor Schicht für Schicht in die Mitte des Baumes „vordringen“. Elementare Lebensvorgänge wie Fotosynthese und Verdunstung werden anschaulich erklärt. Hier kann man interaktiv spüren, wieviel Kraft notwendig ist um Wasser in die Baumkrone zu transportieren.

Mit dem Förster unterwegs

Selbstverständlich gibt es auch im Freien jede Menge spannende Erkundungstouren. Etwa die Waldführungen mit den Förstern der Bayerischen Forstverwaltung. Bei der Tour „Tiere im Wald“ begibt man sich auf die Spuren von Wildschweinen, Rehen oder den kleinsten Bodenlebewesen und erfährt so spielerisch viel Wissenswertes über die Beziehungen der Tiere untereinander und deren Bedeutung für den Wald. Die Tour „Nachhaltigkeit erleben“ bringt Besuchern unsere Philosophie näher. Gemeinsam finden wir heraus, welche Auswirkungen der tägliche Konsum auf die Umwelt und die Natur hat und wie jeder einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten kann. Die vielen unterschiedlich aufgebauten Waldführungen sind übrigens kostenfrei und sowohl für Schulklassen, Familien und Einzelbesucher möglich. Für Gruppen sind individuelle Programme auf Anfrage buchbar.

© Annemarie Böhner

In der Waldwerkstatt mit Waldlabor haben Schulkassen oder Kinder im Rahmen von Führungen die Möglichkeit, sich mit dem Werkstoff Holz praktisch zu befassen. Es darf gesägt, gehämmert und gebastelt werden. Als kleine Waldforscher können unsere jungen Gäste die Natur genauer unter die Lupe nehmen. Die im Wald gesammelten Insekten und Pflanzen werden dabei unter dem Mikroskop riesengroß.

Wiederkommen lohnt sich

Das Steigerwald-Zentrum bietet zusätzlich einen 180 m² großen Tagungs- und Veranstaltungsraum an und es werden neben der Dauerausstellung regelmäßig wechselnde Ausstellungen über Region, Nachhaltigkeit und Natur gezeigt. Es wird also nicht langweilig und Besucher können immer wieder vorbeischauen und etwas Neues bei uns im Steigerwald-Zentrum erleben und erfahren – zumal der Eintritt frei ist!

Entspannender Ausklang mit traumhaftem Weitblick

Im Foyer des Steigerwald-Zentrums befindet sich ein kleiner Regionalladen mit ausgewählten Produkten der Region. Über Kunsthandwerk aus Holz bis hin zu regionalen Leckereien sowie Kartenmaterial für Radfahrer beziehungsweise Wanderer gibt es hier Mitbringsel rund um die Themen Wald, Natur und Nachhaltigkeit. Der Cafeteria-Bereich und die Sonnenterrasse, die einen traumhaften Ausblick auf den Stollberg mit seinen Weinlagen bieten, laden zu einer Pause mit Cappuccino und Kuchen oder leckerem Bauernhof-Eis ein. Die malerische Landschaft im Hintergrund bietet die perfekte Fotokulisse. Gekrönt wird das Szenario bei gutem Wetter mit einem herrlichen Sonnenuntergang über dem Steigerwaldvorland.

Auf dem liebevoll angelegten Erlebnisspielplatz vor dem Steigerwald-Zentrum mit einem Feuersalamander und Schmetterlingen in Überlebensgröße ist für die Kinder Austoben angesagt. Auf der Picknickwiese neben dem Spielplatz laden Sonnenliegen erschöpfte Wanderer und ruhebedürftige Eltern zum Relaxen ein.

Rund ums Steigerwald-Zentrum: Auf den Spuren von Franz von Assisi

Durch seine wunderbare Lage ist das Steigerwald-Zentrum zusätzlich der perfekte Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen und Radtouren. Im Umfeld gibt es erlebnisreiche Pfade und ein gut ausgeschildertes Wanderwegenetz, welches dazu einlädt die nähere Umgebung zu erkunden. Zum Beispiel den Franziskusweg in Handthal. Dieser führt über eine Strecke von zwei Kilometern ohne große Steigungen vom Steigerwald-Zentrum zur Magdalenenkapelle. Dabei verläuft der Weg durch die reizvolle Steigerwaldlandschaft mit ausgedehnten Wäldern, Wiesen und Weinbergen. Auf dem teils naturbelassenen Wanderpfad begegnet man acht Tierlegenden, die von Franz von Assisi erzählt werden und von einer tiefen Achtsamkeit gegenüber der Schöpfung und den Geschöpfen geprägt sind. Eine der fünf Erlebnisstationen befindet sich, mitten auf einer Blühwiese, direkt hinter dem Steigerwald-Zentrum. Dort erwartet den Besucher ein begehbarer Bienenstock. Durch eine Glasscheibe kann man dem emsigen Bienenvolk bei der Arbeit zusehen.

Folgen Sie dem Baumsymbol

Ein weiteres Highlight erwartet alle, die dem Baumsymbol folgen. Über einen ca. drei Kilometer langen, naturnahen Verbindungsweg erreicht man nach etwa einer Stunde Fußmarsch durch den Wald den „Baumwipfelpfad Steigerwald“ bei Ebrach. Aber bereits unterwegs wird Familien mit Kindern viel geboten. Ein Barfußpfad regt die Sinne an und an einer Sprunggrube kann die eigene Leistung mit der der Tiere verglichen werden. Direkt daneben ist der Einstieg zum Pirschpfad, der besonders die Kleinen begeistert. Weiter geht es in Richtung Fledermauspfad, hier erfährt man Wissenswertes über die heimlichen „Geister des Steigerwaldes“.

© Constanze Stern

Lust auf einen Perspektivwechsel?

Am Baumwipfelpfad angekommen erlebt man die Schönheit des Waldes aus einer ganz neuen Perspektive. Die Besucher genießen den Fernblick vom 42 Meter hohen Turm oder die Details im Wald und erhalten faszinierende Eindrücke auf einem 1.150 Meter langen Pfad durch die Baumkronen der laubholzreichen Wälder des Ebracher Forstes. Neugierige Abenteurer können ihr Wissen und ihre Geschicklichkeit an verschiedenen Spiel- und Informationsstationen oder mit dem WipfelChecker-Heft testen. Barrierefrei ist der Pfad für jeden ein unvergessliches Erlebnis! Ein großer Waldspielplatz, Wildgehege, Kugelpfad sowie Kiosk und Gastronomie runden den Besuch ab.

Wir freuen uns darauf, unsere Gäste im Steigerwald-Zentrum in Handthal und auf dem Baumwipfelpfad Steigerwald bei Ebrach empfangen zu dürfen, um mit ihnen in die Natur unserer Heimat einzutauchen. Das umfassende Führungsprogramm des Steigerwald-Zentrums sowie unsere spannenden Wechselausstellungen versprechen einen Besuch voller Abwechslung und mit interessanten Erkenntnissen für Groß und Klein. Der Baumwipfelpfad ist übrigens ganz einfach mit einem VGN Ticket (Freizeitlinie 990) erreichbar. Der Steigerwald-Express fährt direkt bis zum Baumwipfelpfad-Parkplatz. Wer umweltfreundlich mit einem E-Mobil anreist, kann sein Auto bei beiden Einrichtungen an einer Ladesäule des jeweiligen Besucherparkplatzes für die Heimfahrt wieder aufladen. Schonend für die Umwelt ist auch das richtige Verhalten im Umgang mit der Natur, auf das wir hier nochmal gerne verweisen.

Constanze Stern

Verfasst von Constanze Stern
am 10. September 2021 unter Familienland Franken, Nachhaltiges Franken, Spielraum Franken mit den Schlagwörtern Baumwipfelpfad Steigerwald, Familie, Nachhaltigkeit, Natur, Steigerwald, Steigerwald-Zentrum.

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