Reformation in Franken

Zwischen Riemenschneider und Reformation: Peter Dell d. Ältere

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Würzburg, Fränkisches Weinland

Datum:
15.10.17 - 07.01.18
Zeit:
10:00 bis 16:00 Uhr

Peter Dell war um 1505/10 Lehrling in der Werkstatt des Würzburger Bildhauers Tilman Riemenschneider. Nach Ausweis seiner nachfolgenden, signierten Werke muss er dann im Umkreis von Hans Leinberger in Landshut gearbeitet haben. Die 1528/29 datierten und von Peter Dell signierten Reliefs im Grünen Gewölbe in Dresden belegen seine Tätigkeit für den Freiberger Hof von Herzog Heinrich dem Frommen. Es folgten zu Beginn der 30er Jahre des 16. Jahrhunderts Darstellungen mit reformatorischem Gedankengut: „Allegorie auf den christlichen Heilsweg“, datiert 1534, heute im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, oder „Allegorie auf Gesetz und Gnade“, um 1531 heute in drei Varianten erhalten im Deutschen Museum Berlin, Schlossmuseum Gotha und in der Kunstkammer Schloss Neuenstein. Gleichzeitig entstanden in dieser Zeit Porträt-Tafeln und Porträt-Medaillen. 1534 kehrte Peter Dell von Freiberg aus nach Würzburg zurück. Hier schuf er fortan Grabdenkmäler und Bildwerke unterschiedlichen Formats. Er nahm Aufträge von altgläubiger und protestantischer Seite entgegen. Dank dieser Vielseitigkeit und Flexibilität konnte Peter Dell seine Werkstatt in Würzburg erfolgreich etablieren. Sie wurde nach seinem Tod 1552 von seinem Sohn, Peter Dell dem Jüngeren, fortgeführt. Leben und Werke Peter Dells des Älteren spiegeln die Umbrüche im Zeitalter der Reformation. Die Ausstellung wird Arbeiten des Bildhauers aus allen seinen Lebensphasen zeigen und erläutern. So stehen Bildprogramme für die altgläubige Kundschaft neben reformatorischen Bildtafeln und machen die unterschiedlichen christlichen Glaubensvorstellungen im wahrsten Wortsinn offensichtlich. Große und kleine Formate sowie unterschiedliche Materialien zeigen die große Bandbreite der Bildhauerei in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der direkte Vergleich mit den Werken des Lehrmeisters Tilman Riemenschneider, der nur im Mainfränkischen Museum mit seiner umfangreichen Sammlung von Bildwerken dieses berühmten Würzburger Bildhauers möglich ist, macht die Ausstellung zu einem einmaligen Erlebnis. Mit Hilfe von Inszenierungen, analogen und digitalen Medien kann der Besucher in die Umbruchszeit der Reformation eintauchen, die unterschiedlichen Glaubensvorstellungen, die schließlich zur Kirchenspaltung führten, nachvollziehen. Ein Kinderleitfaden und ein umfangreiches Begleitprogramm unterstützen diese Vermittlung.

Foto: Ev-Luth Dekanat Walter Weiss

Veranstaltungsort

Museum für Franken
Festung Marienberg
97082 Würzburg
Tel.: 0931/205940

Veranstalter

Museum für Franken
Festung Marienberg
97082 Würzburg
Tel.: 0931/205940