Veranstaltungsdetails

Mythos Bergkristall -

der facettenreiche Stein der Weisen

Datum:    20.11.09 - 11.04.10

„Zentnerweise Bergkristall“ fanden berufsmäßige Bergkristallsammler, die „Strehler“ im Fichtelgebirge. So berichten es 1692 und 1716 die Chronisten Christoph Pachelbel und Johann Will.

Bergkristallvorkommen in Weißenstadt sind jedoch bereits um 1420 unter Markgraf Johannes III. von Brandenburg-Kulmbach überliefert. Kein geringerer als der damals gerade 22jährige preußische Bergassessor Alexander von Humboldt schildert 1792 den Abbau am Bergkristallfundort „Strelaberg“ bei Marktredwitz. Das Kristallbergwerk in Weißenstadt mit zwei Schächten war aber sicherlich das bedeutendste. Der Zugang zu einem dieser Schächte befindet sich dort noch immer unter dem Sack’schen Keller. Aus Weißenstadt stammen auch die Kristalle, die zwei Säulen der Eremitage in Bayreuth zieren.

Für die Menschen der Antike war der Bergkristall das „ewige Eis“ der Götter. Sein Entstehen wurde bei allen Völkern stets mit dem Wirken überirdischer Mächte erklärt. Die klare, durchscheinende Beschaffenheit des Bergkristalls ließ ihn zu einem beliebten Material für aufwendig gestaltete Gefäße werden. Kaiser Nero zum Beispiel trank am liebsten aus Bergkristall-Bechern.

Im Mittelalter schmückten Bergkristalle weltliche und geistliche Machtsymbole und fanden Eingang in die Kunst- und Wunderkammern der europäischen Fürsten. „Die geheime Verwahrkammer“ der Kurfürsten von Sachsen, unter August dem Starken in das „Grüne Gewölbe“ verwandelt, beherbergt etliche Kleinodien aus Bergkristall.

Dem „Diamanten der Antike“ werden seit jeher magische Kräfte zugeschrieben: römische Soldaten benutzten ihn als Talisman gegen Feinde und noch 1750 wurde er in Apotheken als Heilstein zum Kurieren von allerlei Krankheiten verkauft.

Fundorte für Bergkristalle existieren weltweit, es gibt sie in allen Größen und in verschiedenen Varianten von klar durchscheinend bis rosa und anthrazitfarben.

Auch das Fichtelgebirge ist noch immer reich an Bergkristallfundstätten, oftmals in Verbindung mit Bergwerken.

Heutzutage finden Kristalle auch im technischen Bereich Verwendung. Ihre piezotechnischen Eigenschaften erlauben vielfältigste Einsatzmöglichkeiten bei Bewegungsmeldern und Temperaturfühlern oder auch Feuerzeugen. Als Taktgeber werden sie bei Quarzuhren eingesetzt, oder man fertigt Glasfaserkabel aus ihnen.

Aufgrund seiner ungebrochen faszinierenden Ausstrahlung nahm sich auch die Literatur und der Film des Themas „Bergkristall“ an. Adalbert Stifter widmete dem Bergkristall bereits 1845 eine rührende Erzählung um zwei am Berg verschollene Kinder, Joseph Vilsmeier verfilmte die Novelle im Jahre 2004.

Das Fichtelgebirgsmuseum in Wunsiedel zeigt in Kooperation mit der Bergakademie Freiberg vom 20.11.2009 bis 11.4.2010 die unterschiedlichsten Facetten dieses Themas und präsentiert über 100 seltene Fundstücke aus aller Welt und selbstverständlich die schönsten Kristalle aus dem Fichtelgebirge.

 
 

Veranstaltungsort

Fichtelgebirgsmuseum
Spitalhof
95632 Wunsiedel

Tel.:09232/2032
Fax:09232/4948

http://www.fichtelgebirgsmuseum.deVisitenkarte downloadenin Karte anzeigen
 
 

Infoadresse

Fichtelgebirgsmuseum
Spitalhof
95632 Wunsiedel

Tel.:09232/2032
Fax:09232/4948

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