Bollwerk der Bildung: Schweinfurt

Ebracher Hof (Schweinfurt, Fränkisches Weinland)

Wie jeder Reichsstadt oblag auch Schweinfurt die Verantwortung für ihr Schul- und Bildungswesen. Eine Aufgabe, die die Stadt trotz widrigster Umstände besonders ernst nahm und sich so zum Zentrum des fränkischen Humanismus entwickelte.

1554 war ein Schicksalsjahr für die Reichsstadt Schweinfurt: Markgraf Albrecht Albiciades zerstörte sie voll­kommen. Trotzdem nahm der Rat nicht von seiner hehren Pflicht der Bildung Abstand: Gleich nach dem Bau der neuen Stadtmauern und des Rathauses ließ er eine Lateinschule errichten – ein stattlicher Renaissance­bau, der heute das heimatgeschichtliche Museum beher­bergt. Diese Schule wurde zum geistigen Zentrum der wieder erblühenden Reichsstadt.

Auch das Rathaus selbst entwickelte sich zu einem Sammelpunkt des Wissens. Etwa zeitgleich wurde dort eine Bibliothek eingerichtet, für die seit dem 17. Jahrhundert jeder neu gewählte Ratsherr ein Buch zu stiften hatte.

Naturforscher mit kaiserlichen Privilegien

Zu leiden hatte das geistige Leben in Schweinfurt unter dem Dreißigjährigen Krieg. Doch schon wenige Jahre nach seinem Ende begann man an die alten Traditionen anzuknüpfen. 1652 wurde die heute noch bestehende Deutsche Akademie der Naturforscher gegründet: Europas erste Gesellschaft von Naturwissenschaftlern, ausgezeich­net mit kaiserlichen Privilegien.

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